Braucht es aber im Angesicht der heutigen Weltlage nicht vielmehr ein unruhiges Herz? Ein Herz, dass sich nicht vorschnell abspeisen lässt mit leeren Versprechungen. Ein Herz, dass sich nicht aus Überforderung einlullen lässt und sich der Welt verschliesst.
Lieber Herr Weber,
in ihrem Gastkommentar nehmen Sie Bezug auf die Energiefrage und erklären, inwiefern
sich ihrer Meinung nach die Forderungen der heutigen Klimabewegung gegen den
Menschen richten. Ich kann ihren Ausführungen nicht beipflichten, weder auf politischer,
noch auf theologischer Ebene.
In diesem Moment ist Jesus keiner, der Gottes Allmacht oder Fürsorge spürt. In diesem Moment am Kreuz ist er einer von uns. Von uns Klagenden, von uns Trauernden, von uns Unverständigen. Er ist ein Mensch und Menschen wissen, was es bedeutet sich so einsam und verlassen zu fühlen, dass nicht einmal mehr Gottes Anwesenheit gespürt werden kann.
Den Gott des Lebens zu verkünden bedeutet, gegen den Tod zu kämpfen. Den Tod der Arten, den Tod unserer Mitmenschen, den Tod unseres menschlichen Auftrags nach Nächstenliebe. Den Gott des Lebens bedeutet für das Leben zu kämpfen, auch wenn der Kampf aussichtlos scheint. Denn hat nicht eben dieser Gott nicht schon einmal den Tod besiegt?
Viele von uns werden schon früh geprägt von einer Märchen-haften Vorstellung einer Beziehung. Liebe auf den ersten Blick, heldenhafte Kämpfe für die Gunst des Gegenübers, eine Traum-Hochzeit und vor allem: das grosse Happy End! Und nach einigen Monaten oder Jahren voll von Frosch-Küssen, erfolglosen Kämpfen und der einen oder anderen Drachen-Zähmung merkst du: Glücklich-Sein ist verdammt schwer und das Happy End fällt dir nicht wie einer Disney-Prinzessin in den Schoss. Was nun?
Stell dir vor 22’000 Jugendliche gehen auf die Strasse und keiner spricht darüber.